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In Nahaufnahme sind zwei Hände gezeigt, die auf einer sich drehenden Scheibe aus Ton eine Schale formen

Ergotherapie

Betätigung und Arbeit haben in unserem Leben eine hohe Bedeutung. Es befriedigt uns, etwas zu schaffen oder eine Aufgabe zu erledigen. Etwas machen, etwas zu tun, vermittelt uns belebende Erfahrungen. Es macht Freude, den Erfolg der eigenen Arbeit zu feiern. Mit bedeutungsvoller Betätigung erfahren wir Lebensqualität.

Die Symptome Ihrer Erkrankung lassen es oft nicht zu, sich konzentriert einer Arbeit oder Aufgabe zuzuwenden. Oft gelingt auch die eigene Versorgung nicht mehr gut. Mitunter fehlt es an Antrieb, Motivation und Belastbarkeit. Manchmal haben Aufmerksamkeit oder Durchhaltevermögen nachgelassen. Bei bestimmten neurologischen oder orthopädischen Erkrankungen ist der Bewegungsablauf gestört. In allen Fällen kann die Ergotherapie helfen.

Die speziell ausgebildeten Ergotherapeutinnen und -therapeuten berücksichtigen die eigenen Stärken und Interessen ihrer Patientinnen und Patienten. Sie erkennen die krankheitsbedingten Schwierigkeiten und werden diese in der Behandlung einbeziehen. Sie vereinbaren mit Ihnen Ihre persönlichen Aufgaben und Ziele. Das Planen, Erledigen und Bewerten von Aufgaben ist immer Bestandteil der Ergotherapie. Vielfältige handwerkliche Techniken und Angebote können eingesetzt werden. Dabei werden unterschiedliche Werkstoffe genutzt. Das Gestalten wird Ihre Sinne schärfen. Ihre Beweglichkeit und Geschicklichkeit können wieder aktiviert und gefördert werden. Auch spielerische Verfahren sind im Rahmen der Ergotherapie möglich. Manchmal ermöglichen sie einen neuen Blick auf die Dinge. In lebenspraktischen Übungen – etwa beim gemeinsamen Kochen – können bereits vorhandene Fähigkeiten ausgebaut werden. Auch können Sie sich in einer Gruppenarbeit erproben. Das Erfüllen gemeinsamer Aufgaben oder das gemeinsame Gestalten fördert das Miteinander und die persönlichen Beziehungen zu anderen. Ergotherapie wird somit die Lebensqualität verbessern.

Die Ergotherapie ist einer von vielen Bausteinen in Ihrer Behandlung. Ergotherapeutinnen und -therapeuten stimmen sich regelmäßig mit den Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen und Pflegekräften ab, die an Ihrer Behandlung beteiligt sind.

Ergotherapie ist für alle Menschen geeignet. Besondere Fähigkeiten braucht es nicht. Ergotherapie unterstützt Sie dabei, wieder aktiv zu werden, Ihre Freizeit oder Ihren Beruf zu gestalten und Ihren Alltag selbstständig zu bewältigen.

Beispielhafte Angebote der Ergotherapie

In der LWL-Klinik Münster finden verschiedene ergotherapeutische Angebote in Einzel- oder Gruppentherapien statt.

Arbeitstherapie

Je nach Schwere und Verlauf einer Erkrankung kann es zu vorübergehenden oder längeren Einschränkungen der beruflichen Leistungsfähigkeit kommen. Dies kann sich u. a. in geringerer Belastbarkeit, deutlichen Leistungsschwankungen und Konzentrationsstörungen zeigen. Hinzu können Beeinträchtigungen des Selbstvertrauens, Ängste und Unsicherheiten im Umgang mit Vorgesetzten und Kollegen kommen.

Die Arbeitstherapie bietet als Teil der Ergotherapie Patientinnen und Patienten eine initiale Arbeitsdiagnostik, anschließende spezifische Belastungserprobungen und –trainings, ein Training kognitiver Leistungen und eine Tagesstrukturierung in einem arbeitsplatzähnlichen Umfeld. Dadurch wird die Arbeitstherapie zur „Brücke“ in das Arbeitsleben. Die Diagnostik beinhaltet die Möglichkeit, individuelle Stärken und Ressourcen, aber auch Defizite und Schwächen zu erkennen, um so spezifischer therapieren zu können.

Die Arbeitstherapie ist eine medizinisch ausgerichtete Therapie, die im Rahmen eines psychiatrisch-psychotherapeutischen Gesamtbehandlungskonzeptes ärztlich verordnet wird.

Folgende Arbeitsbereiche stehen zur Wahl:

  • Buchbinderei
  • EDV / Bürotraining sowie kognitives Training
  • Gärtnerei
  • Hauswirtschaft
  • Holztechnik
  • Metalltechnik

Mit einer ärztlichen Verordnung besteht die Möglichkeit, die Arbeitstherapie nach der Entlassung ambulant weiterzuführen und damit den Behandlungserfolg zu sichern und weiter auszubauen.

Ambulante Arbeitstherapie

Nach einer stationären oder teilstationären Behandlung kann es für Patient*innen sehr hilfreich sein, die Ergotherapie oder Arbeitstherapie weiter zu nutzen. Hierfür ist eine Heilmittelverordnung (HMV, Maßnahmen der Ergotherapie), die in einer Institutsambulanz oder von einem niedergelassenen Arzt/Ärztin ausgestellt werden kann, erforderlich.

Behandlungsziele sind der Erhalt, die Verbesserung und langfristige Stabilisierung der Arbeitsfähigkeit. Im Einzelnen fokussieren wir uns mit Ihnen auf die folgenden Bereiche:

  • Verbesserung und Stabilisierung der basalen kognitiven Leistungsfähigkeiten, u.a. Ausdauer, Konzentration, Antrieb, Motivation, Belastbarkeit.
  • Aufbau einer Tagesstruktur
  • Erhalt und Verbesserung der sozialen Kompetenzen wie Kontakt-, Durchsetzungs- und Anpassungsfähigkeit
  • Training eines situationsgerechten Verhaltens und entsprechender sozio-emotionaler Fähigkeiten, u.a. Teamfähigkeit, Frustrationstoleranz, Förderung der allgemeinen Arbeitsfähigkeiten, u.a. Selbstständigkeit, Arbeitsplanung und Ordnungsbereitschaft,
  • Training der motorischen Fertigkeiten wie Feinmotorik und Geschicklichkeit.

Zunächst besprechen wir mit Ihnen Ihre momentane Lebenssituation und legen gemeinsam Therapieinhalte in einem Therapieplan fest. Dieser auf Sie zugeschnittene Therapieplan wird regelmäßig ausgewertet und angepasst. In Zusammenarbeit mit Ihrem behandelnden Arzt/Ärztin können Ziele und Behandlungspläne Ihrer aktuellen Genesungssituation angepasst werden.

Die Behandlung über eine HMV unterliegt der gesetzlichen Zuzahlung. Wird die sogenannte Belastungsgrenze erreicht, besteht die Möglichkeit sich von der Zuzahlung befreien zu lassen.