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In Nahaufnahme sind die durchtrainierten Waden eines Joggers zu sehen, der auf einer geraden Straße in einer Wüstenlandschaft läuft

Bewegungstherapie

Die Bewegungstherapie beruht auf der Wechselwirkung zwischen Psyche und Körper. Ganz einfach gesagt, drückt sich das psychische Erleben auf der Körperebene ebenso aus wie andersherum. Betrachtet man den Körper also als einen Spiegel von Gesundheit und Krankheit, von Heilung und Veränderung, können durch Körper- und Bewegungsarbeit psychische Erkrankungen mitbehandelt werden.

Gemeinsames Ziel

Ein psychisch kranker Mensch hat oft keine gesunde Beziehung zum eigenen Körper und seinen Emotionen. Der Kontakt zur Umwelt geht verloren. Diese Störung steht im Vordergrund der Bewegungstherapie. Patientinnen und Patienten erleben hier leibliche, geistige, soziale und emotionale Erfahrungen, die sie ermutigen sollen, wieder eine gesunde Beziehung zu sich und anderen aufzunehmen und auch mit ihrer Erkrankung verantwortungsvoll umzugehen. Vielfältige Körper-, Bewegungs- und Rhythmuserfahrungen, die vor allem spielerisch inszeniert werden, helfen dabei, die Erkrankung zu bewältigen.

Beispielhafte Angebote der Bewegungstherapie

Im Großen und Ganzen lassen sich drei Wege aufzeichnen, wie Bewegungstherapie eingesetzt werden kann: Als Gruppentherapie, als Einzeltherapie und als ambulantes Angebot.

 

Gruppentherapien

Sportspiele: Variationen von Mannschaftsspielen. Vorhandene Fertigkeiten wiederentdecken und erweitern. Förderung konditioneller und koordinativer Fähigkeiten, Verbesserung der Kooperation und des sozialen Verhaltens

Ballsportarten: Volleyball, Basketball, Fußball. Strukturierte Spielformen, die Aufmerksamkeit brauchen mit leichtem Wettbewerbscharakter zur Verbesserung der Motorik und zur Förderung sozialer Kompetenzen

Ausdauersportarten: Nordic-Walking, Walking, Laufen: Aktivität außerhalb des Klinikgeländes zur Überwindung krankheitsbedingter Passivität, Verbesserung der allgemeinen Ausdauer, zum Abbau von Stress, Anspannung und Ängsten und zur Steigerung des Wohlbefindens

Schwimmen: Aktivität außerhalb des Klinikgeländes zur Steigerung der Leistungsfähigkeit, Stärkung der Eigenständigkeit und als Anregung zur aktiven Freizeitgestaltung

Rückschlagspiele: Eine bekannte sportliche Aktivität wiederentdecken (Badminton, Tischtennis, Tennis usw.)

Rückenschule: Ganzheitliche Wirbelsäulengymnastik für ein gesundheitsorientiertes und rückenfreundliches Alltagsverhalten

Keep fit: Allgemeine Ganzkörperfitness, Muskelaufbautraining

Moderne Tänze: Verschiedene Tanzstile (Hip Hop, Modern Dance, Zumba usw.), Rhythmusarbeit zur Schulung von Koordination und Rhythmusgefühl, emotionaler Ausgleich

Körperwahrnehmung: Körperbewusstseinstraining zur Stärkung der Selbstwahrnehmung, des Körpergefühls, Erkennen von seelisch-körperlichen Zusammenhägen, Stressregulation

Tanztherapie: Von gelernten strukturierten Bewegungen zum eigenen Ausdruck finden, Förderung von innerer Achtsamkeit, Selbstwirksamkeit

Yoga: Klassische Yogahaltungen/-abfolgen mit dem Fokus auf Beweglichkeit, Konzentration, und Atmung

Entspannung: Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen (PMR, Traumreisen, Imagination), um Spannung zu regulieren und Stress zu tolerieren, sich körperlich und seelisch ausgeglichen fühlen

Stationäre Bewegungstherapie für Menschen ab 60: Variationsreiches Bewegungsprogramm zur Stärkung der Alltags- und Altersfähigkeiten: Sitztänze, funktionelle Übungen, kleine Spielformen

Körpertherapie bei Persönlichkeitsstörungen: In 4 Modulen Bewältigungsstrategien üben, um neue Wege im Umgang mit sich und anderen zu finden. Grundgerüst bildet das DBT-Konzept nach Marsha M. Linehan mit den Themen: Achtsamkeit, Stresstoleranz/ Spannungsregulation, zwischenmenschliche Fähigkeiten, bewusster Umgang mit Gefühlen

Sturzprävention: Fördern und Erhalten von Lebensqualität und Unterstützung der Selbstständigkeit, Übungsprogramme zur Vorbeugung von Stürzen

Einzeltherapien

Ergometertraining: Gesundheitliche Aspekte eines Ausdauertrainings kennenlernen, allgemeine Aktivierung

Physiotherapie: Neurophysiologische, internistische und orthopädische Ansätze, gezielte Behandlung der somatischen und psychosomatischen Beschwerdebilder und der daraus resultierenden Folgen

Körpertherapie: Einen Zugang zu sich bekommen und wieder Vertrauen in den eigenen Körper gewinnen

Ambulante Angebote

Rehabilitationssport: Kooperationen mit lokalen Sportvereinen stellen eine ergänzende Maßnahme zur medizinischen Rehabilitation dar

  • Für Menschen mit psychischen Erkrankungen bis 60 Jahre
  • Für Menschen mit psychischen Erkrankungen ab 60 Jahre
  • Für Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung